Ein Mann seines Wortes

Wim Wenders und Friedrich Schorlemmer im Gespräch

Der Dokumentarfilm von Wim Wenders „PAPST FRANZISKUS – EIN MANN SEINES WORTES“ in der Stadt der Reformation mag im ersten Moment wie ein Sakrileg erscheinen. Ist der Film Propaganda, wie Christian Eger seinen Artikel über die Aufführung in der Mitteldeutschen Zeitung übertitelt hat, oder handelt er von einem echten Reformer oder gar „Reformator“? In jedem Fall war die Präsentation des Films durch Wim Wenders im Kino Central innerhalb von 24 Stunden ausverkauft – die Wittenberger sind der Einladung gerne gefolgt.

Im Anschluss an den Film hat sich Wim Wenders dem Gespräch mit dem evangelischen Theologen Friedrich Schorlemmer, Mitglied der Friedens-, Menschenrechts- und Umweltbewegung  in der DDR und aktuell einer der Mitgründer des „Forum Reformation“ gestellt. Dabei blieben auch kritische Fragen aus dem Publikum nicht aus.

Reformatorisch evangelisch zu sein heißt, stets die Zeichen der Zeit zu erkennen und darauf zu reagieren, aber nicht zeitgeistig zu werden und auf jeden Fall mithalten zu wollen, ohne dass wir geprüft haben, ob dieser Einsatz lohnt oder ob er angemessen ist. Und da heißt es stets, den Augenblick zu ergreifen, den Kairos nicht zu verpassen.

Friedrich Schorlemmer, Predigt im Gründungsgottesdienst des Forum Reformation

Lutherstadt Wittenberg

„Der Papst in Wittenberg: Das ist großes Kino. Auch 500 Jahre nach Luther, der nie ein wirkliches Filmereignis wurde. Sein institutioneller Gegenspieler hingegen: ein Kassenschlager! Kaum, dass bekannt wurde, dass Wim Wenders seinen Film „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ in Wittenberg zeigen wird, waren die Tickets ausverkauft.“ (Christian Eger, Mitteldeutsche Zeitung)

Monolog für zwei Stimmen

„Wim Wenders drehte ein ödes Propagandawerk für und mit Franziskus. Der Papst erscheint als Gewerkschaftsführer und Kapitalismuskritiker ohne Sinn für Spiritualität. So wirft der Film am Ende die Frage auf, ob der Papst häretisch ist.“ (Alexander Kissler, Cicero)

Doku von Wim Wenders im Kino

„Der erste Gläubige ist dabei Wenders selbst. Seine Kamera sperrt den Interviewten nicht in einer Gesprächssituation ein, um ihn zu manipulieren. Sondern sie haftet sich an den Pontifex, nachdem sie anfangs verloren über den umbrischen Himmel geirrt war, auf der Suche nach ein wenig Halt und Hoffnung.“ (Philipp Stadelmaier, Süddeutsche Zeitung)